Tag 46 & 47 Tortuguero CRI

Nach dem Frühstück in Puerto Viejo de Talamanca fahren wir los nach La Pavona. La Pavona befindet sich ebenfalls an der Karibikküste, jedoch im nördlichen Teil Costa Ricas. Die Fahrt dauert etwa drei Stunden. Dort parken wir das Auto und steigen auf ein Wassertaxi um, welches uns nach Tortuguero fährt. Tortuguero ist nämlich nur mit dem Boot oder dem Flugzeug zu erreichen. Das Dorf liegt auf einem Landstrich zwischen dem Meer und dem Fluss „Río Tortuguero“ und den „Lagunas del Tortuguero“. Tortuguero ist vor allem für den „Nationalpark Tortuguero“ bekannt. Der Nationalpark ist über 20‘000 Hektar gross und schützt unzählig viele Planzen- und Tierarten. Gegründet wurde er ursprünglich zum Schutz der grünen Meeresschildkröte, welche den Strand als Nistplatz benutzen. Auf der etwa einstündigen Fahrt auf dem Boot sehen wir verschiedenen Vögel, zwei Schildkröten, ein paar Basilisken (Eidechsen, die übers Wasser laufen können) und einen Kaiman. Nach unserer Ankunft in Tortuguero erhalten wir in unserer Unterkunft Infos zu den verschiedenen Touren, welche man hier unternehmen kann. Wir entscheiden uns morgen früh die Kanu-Tour zu machen und morgen Abend den Schildkröten bei der Eiablage zuzuschauen. Jedes Jahr zwischen Juli und Oktober kommen die grünen Meeresschildkröten hierher um ihre Eier zu legen. Wir sind also genau zur richtigen Zeit hier. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben gehen wir auch schon Abendessen. Und da die Kanu-Tour morgen um 6:00 Uhr startet, gehen wir bald ins Bett. Am Morgen stehen wir kurz nach 5:00 Uhr auf, ziehen uns um und gehen los. Gleich neben unserer Unterkunft hat es eine kleine Bäckerei, welche bereits geöffnet ist. Wir kaufen uns zwei Kaffees und zwei Bananenbrote und laufen zum Treffpunkt. Um 6:00 Uhr ist unsere Gruppe vollständig. Wir erhalten alle eine Schwimmweste und steigen ins Kanu. Zusammen mit dem Guide sind wir 10 Personen. Und schon geht es los. Wir paddeln den Fluss hinauf und bestaunen die nächsten drei Stunden lang verschiedene Pflanzen und Tiere. Die friedliche Morgenstimmung wird von lauten Schreien der Brüllaffen begleitet. Nach kurzer Zeit entdecken wir verschiedene Leguane, Vögel, Basilisken, Schmetterlinge, Affen und zwei Krokodile. Mit der Zeit wird es immer heisser und das Paddeln immer anstrengender. Ich bin froh als wir schliesslich zurück an Land sind, da die Hitze auf dem kleinen Kanu mit der Zeit fast unerträglich wurde. Am Nachmittag entspannen wir in unserer Unterkunft. Da die Tour Abends um 20:00 Uhr beginnt, gehen wir heute früh Abendessen. Um kurz vor 20:00 Uhr sind wir beim Treffpunkt. Dann geht es auch schon los. Unser Guide bringt uns zur Sammelstelle mitten im Nationalpark. Dort warten noch ein paar andere Gruppen. So wird vermieden, dass es am Strand zu viele Personen hat. Während wir hier im Dunkeln im Dschungel stehen und die Wellen des ca. 100 Meter enfernten Meeres hören, erklärt unser Guide den genauen Ablauf und weist uns darauf hin, dass es am Strand verboten ist das Handy zu benutzen, da die Schildkröten das Licht als störend empfinden. Nur unser Guide darf eine spezielle Taschenlampe mit rotem Licht verwenden. Zudem müssen wir alle dunkle Kleidung tragen, um die Schildkröten nicht zu stören. Wir warten also am Sammelpunkt, bis ein Aufseher vom Nationalpark, welcher am Strand im Dunkeln nach Schildkröten Ausschau hält, unserem Guide per Funk das Einverständnis zum Kommen gibt. Dort haben wir genau eine Stunde Zeit und müssen nach dieser Stunde, auch wenn wir keine einzige Schildkröte sehen würden, wieder gehen. Der Besuch ist allgemein sehr streng geregelt. Die Schildkröten darf man erst Beobachten, sobald sie am Eierlegen sind, da sie dann in eine Art Trance fallen und nicht mehr gestört werden. Den Prozess vorher (ans Ufer kommen, ans obere Ende des Strands gehen, Loch graben) dürfen wir nicht beobachten, da sich die Schildkröte durch unsere Anwesenheit gestört fühlen und wieder zurück ins Meer verschwinden würde. Nur wenn es am Strand ruhig und dunkel ist, kommen die Schildkröten zur Eiablage. Sobald unser Guide das Einverständnis per Funk erhält, gehen wir vom Sammelpunkt an den Strand. Wir laufen in einer Einerreihe hinter dem Guide her und erkennen dank des Mondlichts noch Umrisse. Die nächste Stunde vergeht rasch. Schlussendlich konnten wir eine Schildkröte beim Eierlegen beobachten, wie sie das Loch am Ende verschliesst und wie sie sich nach einer kurzen Pause keuchend zurück ins Meer schleppt. Eine andere Schildkröte haben wir direkt neben uns beim Graben entdeckt und eine Dritte beobachten wir ebenfalls beim Graben. Eine einmalige Erfahrung. Ich fand es wirklich beeindruckend, wie viel Kraft dies die Schildkröten kostet. Die weiblichen grünen Meeresschildkröten werden alle 2-5 Jahre an den Strand zurückkommen, wo sie einst geschlüpft sind. Sie legen innert einer Saison bis zu 1000 Eier ab. Dafür kommen sie innert der Saison (Juli bis Oktober) mehrfach an den selben Strand zurück. Die Schildkröten selbst habe ich mir um einiges kleiner vorgestellt. Sie werden jedoch bis zu 140cm lang und bis zu 190kg schwer. Um etwa 10:30 Uhr sind wir zurück in unserer Unterkunft und legen uns rasch ins Bett um zu schlafen.

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