Früh am Morgen startet unser Transfer nach Puno. Heute fahren wir bis nach Chivay und morgen werden wir die Weiterfahrt bis nach Puno angehen. Wir fahren mit einem Minibus. Nachdem unsere Gruppe vollständig ist, fahren wir erstmal raus aus Arequipa in Richtung Chivay. Nach etwa zwei Stunden haben wir bereits viele Höhenmeter geschafft und sehen die ersten Vicuñas auf 4000 Höhenmeter grasen. Vicuñas gehören zur gleichen Familie wie Lamas, Alpakas und Guanacos. Später machen wir einen Halt um etwas kleines zu Essen oder zu Trinken. Einer der wenigen Stopps in dieser sehr unbewohnten Gegend. Janosch und ich spüren beide leichte Symptome der Höhenkrankheit. Die besten Mittel gegen diese seien, gemäss den Einheimischen, Kokablätter zu kauen, oder einen Koka- oder Andentee (Tee aus Gemisch von Kokablätterm und weitern Kräutern) zu trinken. Wir kaufen uns also einen Koka- und einen Andentee und schlürfen diesen, bis wir wieder in den Bus einsteigen müssen. Mein Kokatee, welcher eigentlich eine „belebende“ Wirkung haben soll, macht mich lustigerweise eher etwas schläfrig. Naja – vielleicht liegt die Müdigkeit auch einfach an der Höhe. Ausser dass er meiner Meinung nach wirklich gut schmeckt, kann ich leider von keiner starken Wirkung berichten. Dann geht unsere Fahrt auch schon weiter. Nach ein paar weiteren kleinen Stopps, bei welchen wir einmal fast 5‘000 Höhenmeter geschafft haben, sind wir bereits in Chivay. Es ist nun kurz nach Mittag. Nachdem wir zusammen Mittagessen gegessen haben, werden wir nun zu unseren Unterkünften hier in Chivay gefahren. Denn restlichen Tag haben wir zur freien Verfügung. Wir entscheiden uns, nachdem wir in unserem Hotel unser Zimmer bezogen haben und eine kurze Pause gemacht haben, mit ein paar anderen aus unserer Gruppe zu den heissen Quellen zu fahren. Diese erreichen wir in wenigen Minuten per Auto. Das Entspannen im heissen Wasser wirkt sehr wohltuend. Obwohl wir heute eigentlich fast ausschliesslich nur im Bus gesessen haben, sind wir alle ziemlich fertig. Dies liegt sicher auch an der Höhe. Chivay liegt nun nämlich auf 3’630 Metern. Zurück in unserem Hotel essen wir etwas Kleines zu Abend. Wir haben haben beide keinen grossen Hunger. Die Nacht ist relativ kurz, da wir um kurz nach 6:00 Uhr bereits wieder abgeholt werden. Chivay befindet sich im Colca-Tal. Der „Cañón del Colca“ (Colca-Schlucht) gehört zu den tiefsten Schluchten der Welt. Entstanden ist sie durch den „Rio Colca“ (Colca-Fluss), welcher sich über die letzten paar Jahrtausende einen Weg durch das Gebirge erschaffen und somit die heutige Schlucht geformt hat. Bis zum Mittag werden wir nun ein paar Sehenswürdigkeiten rund um Chivay anschauen. Nach dem Mittagessen werden wir uns dann in zwei Gruppen, eine nach Puno und eine zurück nach Arequipa, aufteilen und die Weiterfahrt antreten. Das Colcatal ist wirklich eindrücklich. An den Hängen hat es unzählige Terrassenfelder, welche bereits vor den Inkas angelegt wurden. Auch heute werden sie noch von den Bauern genutzt. Ein wichtiges Grundnahrungsmittel hier ist Quinoa. Es kann nämlich, anders wie andere Pflanzen auf Höhen über 4’000 Meter gedeihen. Eine unglaubliche Erfahrung machen wir nun beim „Mirador Cruz del Condor“ (Aussichtsplattform des Kondors). Nachdem wir ausgestiegen und ein kleines Stück in Richtung der Aussichtsplattform gelaufen sind, werden wir bereits von einem Kondor überrascht. Dieser gleitet wenige Meter über unseren Köpfen durch die Lüfte. Vom Mirador aus können wir noch weitere drei Kondore beobachten. Drei Jungtiere und ein ausgewachsener Kondor machen vor unseren Augen eine Art Flugshow und fliegen immer wieder nahe an uns vorbei. Die Jungtiere erkennt man an ihrer braun-grauen Farbe während Erwachsene ein schwarz-weisses Federnkleid tragen. Ein ausgewachsener Kondor hat eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern und werden bis zu 15 Kilogramm schwer. Und trotzdem gleiten sie völlig schwerelos durch die Lüfte. Unglaubliche Tiere… Nach ein paar weiteren Stopps, fahren wir nun zurück nach Chivay, wo wir nochmals zusammen Mittagessen. Danach fahren wir in einem grossem Car weiter nach Puno. Die Fahrt dauert um die 6 Stunden. Endlich in unserer Unterkunft in Puno angekommen, beziehen wir schnell unser Zimmer. Es war ein wirklich langer Tag für uns und Janosch hat mit Bauchproblemen zu kämpfen. Zusätzlich macht ihm die Höhe auch ziemlich zu schaffen. Den kommenden Tag, verbringen wir im Hotel. Ein kurzer Besuch in einem Restaurants und ein kleiner Spaziergang erschöpfen Janosch bereits. Puno liegt am Titicacasee, einer der grössten Seen in ganz Südamerika und zu einem der bekanntesten weltweit. Er befindet sich zwischen Peru und Bolivien auf 3‘800 Metern Höhe. Bekannt ist der See unter anderem für die schwimmenden Inseln, welche durch die Uros (indigenes Volk) hergestellt und bis heute von Nachfahren bewohnt werden. Die Inseln wurden aus einer Schilfschicht gebaut. Insgesamt sind es um die 40 Inseln und sie befinden sich etwa sechs Kilometer von Puno entfernt. Ein Besuch dieser Inseln ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Cusco. Janoschs Zustand besorgt uns langsam, da es einfach nicht besser wird. Da Cusco aber nur auf 3400 Metern liegt, also 400 Meter tiefer als Puno, entscheiden wir uns die knapp 7-stündige Fahrt trotzdem anzutreten. Unterwegs essen wir zusammen zu Mittag und schauen uns die Ruinenstätte Raqchi an. Diese Ruinenstätte stammt von der Tiwanaku Kultur ab, welche bereits vor den Inka in Südamerika existierte. Um kurz vor 18:00 Uhr kommen wir in unserem Hostel in Cusco an. Wir bestellen uns etwas zu Essen und sind beide überglücklich, als wir uns endlich schlafen legen können.







