Tag 93, 94, 95 & 96 Salar de Uyuni BOL

Der heutige Tag startet relativ früh. Da wir in den Tag mehrheitlich im Auto verbringen und nur sehr beschränkt Platz haben, deponieren wir unsere Rücksäcke hier im Hotel und nehmen nur das Nötigste in einer Tasche mit. Ich hoffe wir haben auch genügend Wasser und Snacks dabei. Um kurz nach 7:00 Uhr werden wir schliesslich mit einem Minibus abgeholt und fahren zur chilenischen Grenzkontrolle. Nach knapp einer Stunde sind wir bereits dort und holen uns den Ausreisestempel. Mir wird währenddessen übel und total schwindlig. Unser Fahrer erklärt uns, dass wir in der letzten Stunde knapp 1500 Höhenmeter gemacht haben und wir die Sache langsam angehen sollen. Nach weiteren 5 Minuten kommen wir schliesslich bei der bolivianischen Grenzkontrolle an. Die Grenzkontrolle besteht aus einem kleinen, halb auseinanderfallenden Häuschen. Nachdem unsere Einreise genehmigt wurde, essen wir zusammen Frühstück. Hätten wir das gewusst, wären wir nicht extra früher aufgestanden, um in unserer Unterkunft noch etwas zu essen. Aber egal, wir freuen uns riesig und sind gespannt auf die nächsten Tage. Unsere Gruppe, mit welcher wir die nächsten Tage im Auto sitzen, bestehen nebst uns aus der Franzosin Clémentine, dem US-Amerikaner X (ja, er nennt sich wirklich so) und Nicole sowie Jonathan, einem Paar aus Brasilien. Nach dem Frühstück kommt unser Guide/Fahrer Nelson an. Nelson ist aus Bolivien und lebt in Uyuni. Am heutigen Tag besuchen wir die Lagunen „Laguna blanca“ und „Laguna verde“, die Dali-Wüste und ein Geysirfeld. Dann halten wir beim Thermalbecken „Termas de Polques“ bei welchem man sich bei knapp 30 Grad warmen Wasser aufwärmen kann. In einem der Häuser nebenan, essen wir dann zu Mittag. Am Nachmittag besuchen wir noch die „Laguna colorado“ welche rot gefärbt ist und wo wir unglaublich viele Flamingos und ein paar Vicuñas beobachten können. Das Wetter ist hier ziemlich unberechenbar. Die Sonne scheint zwar intensiv, aber da wir uns auf über 4‘000 Höhenmeter befinden und es stark windet, trage ich mehrere Schichten Kleidung. Um etwa 18:00 Uhr kommen wir in unserer heutigen Unterkunft an. Ein sehr einfaches, schlichtes Haus ohne Heizung. Nach dem Abendessen schlüpfen wir unter die Decke und frieren erstmal. Nachts wird es brutal kalt. Irgendwann gewinnt aber die Müdigkeit und wir schaffen es doch einzuschlafen. Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück weiter zu „Italia Perdida“, wo man Felsen in einzigartigen Formationen findet. Durch Wind und Niederschläge wurden diese über die letzten Jahrhunderte so geformt. Dann fahren wir zu zwei weiteren Lagunen, wo wir eine Herde Lamas antreffen. Nach dem Mittagessen fahren wir zum „Canyon Anaconda“, also der Anakonda Schlucht. Schwierig zu sagen, wem diese Schlucht wohl ähnelt… Nach einem weiteren aber kurzen Stopp bei einem kleinen Laden, endet der Tag bei unser heutigen Unterkunft. Heute übernachten wir in einem Salzhotel, von wo wir bereits eine mega Aussicht über den Salzsee „Salar de Uyuni“ haben. Das eigentliche Highlight unserer mehrtägigen Tour. Hier ist es noch kälter als letzte Nacht. Wir schlafen schlussendlich mit etwa 3 Schichten Hosen, 4 Schichten Oberteilen, dicken Socken und Handschuhen. Irgendwann klappt’s dann zum Glück auch mit dem Einschlafen. Nach einer kurzen Nacht geht es dann um etwa 4:00 Uhr los in Richtung Salar. Dort halten wir schliesslich an und beobachten über eine Stunde lang den Sonnenaufgang. Es ist unglaublich schön und wirklich unfassbar. Der Salar war früher ein riesiger See, der austrocknete und das Salz hinterliess. Der Salar ist etwas über 10’500 Quadratkilometer gross und ca. 120 Meter tief. Während der Regenzeit, also um Dezember bis Januar, bildet sich eine Wasserschicht über dem Salz, was dann wie ein riesiger Spiegel aussieht. Da gerade aber keine Regenzeit ist, ist der Salzsee trocken. Nun geht es weiter zur „Isla Incahuasi“. Auf dieser Erhebung, mitten im Salar, findet man unzählige jahrhundertalte Kakteen. Einige davon sogar bis zu zehn Meter hoch. Auf mich wirkt diese Insel einfach surreal. Nach einem kleinen Rundgang auf der Insel, essen wir dort zusammen Frühstück. Dann geht es zurück auf den Salar, wo wir Zeit haben Fotos zu machen. Nachdem wir alle fertig sind, fahren wir weiter. Nach ein paar weiteren kurzen Stopps für Souvenirs oder WC-Pausen, kommen wir schliesslich in Uyuni an. Vor dem Mittagessen, schauen wir uns noch den Eisenbahnfriedhof in Uyuni an. Dieser gilt als der grösster solcher „Friedhöfe“ weltweit. Danach geniessen wir das letzte gemeinsame Mittagessen. Nelson fährt uns später zum Agenturbüro in Uyuni und verabschiedet sich. Wir verbringen zusammen noch eine Stunde in Uyuni und besuchen einen lokalen Markt. Dann verabschieden wir uns von Clémentine, Nicole und Jonathan. Mit X und einer weiteren Franzosin, welche aus einer anderen Gruppe zu uns kommt, fahren wir nun mit einem neuen Fahrer zurück in Richtung San Pedro de Atacama. Abends übernachten wir nochmals in der Unterkunft, wo wir in der ersten Nacht übernachtet haben. Frühmorgens geht es dann weiter zur Grenze zurück nach Chile. Nach dem Frühstück an der bolivianischen Grenze, fahren wir wieder in einem Minibus zurück nach San Pedro de Atacama. Um Mittag treffen wir bereits wieder in unserem Hotel in San Pedro ein. Nach einer kurzer Erholungspause gehen wir abends im Zentrum etwas Essen und um 20:00 Uhr beginnt unsere Astronomietour. Wir fahren mit einem kleinen Bus ca. 20 Minuten aus San Pedro. Dort steigen wir alle aus und setzen uns auf Holzbänke. Unterdessen ist es pechschwarz um uns und wenn man hoch zum Himmel schaut, entdeckt man die Milchstrasse über unseren Köpfen. In den nächsten zwei Stunden werden uns verschiedene Sterne, sowie auch der Jupiter und Saturn gezeigt. Dabei können wir verschiedene Teleskope benutzen. Im Anschluss an die Tour fallen wir müde ins Bett. Die letzten Tage waren für uns beide ein absolutes Highlight. Nach so vielen Stunden im Auto, wenig Schlaf und so vielen unglaublichen Eindrücken, freuen wir uns aber auf etwas Ruhe.

Laguna blanca
Geysirfeld

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